Pfingsthochwasser 1999

30. Mai 2019 , 17:00 Uhr

Vor 20 Jahren genau am Pfingstwochenende war "Land unter" angesagt. Starke Regenfälle hatten die Donau und ihre Nebenflüsse stark anschwellen lassen, Tausende Freiwillige hatten zigtausende Sandsäcke befüllt und die Neuburger Innenstadt schien vorerst sicher, schließlich brach aber eine Holzplatte an einem Kanal und die Innenstadt wurde schließlich doch noch geflutet.

Bereits am Freitag Abend vor Pfingsten hat es die Gemeinde Straß-Moos eiskalt erwischt - das Dorf hat damals als "Hochwasserdorf" traurige Berühmtheit erlangt. Es war völlig von der Außenwelt abgeschnitten! Um die 150 Rinder und 300 Schafe wurden in einer spektakulären Rettungsaktion am Pfingstsonntag auf Booten in Sicherheit gebracht. Die Einwohner wollten ihre vollgelaufenen Häuser allerdings nicht verlassen - mittlerweile sind die meisten übrigens von der Regierung abgesiedelt worden - einige ältere Bewohner wollen noch bleiben. In Stepperg und Hatzenhofen konnten die Bewohner mit dem Kanu ins Wohnzimmer fahren - dort hatte die zurückgestaute "Ussel" die Dörfer unter Wasser gesetzt.

Bereits am Vatertag, dem 13. Mai '99 war die Donau über die Ufer getreten, zunächst lag der Pegel "nur" bei knapp 6 Metern. Eine Woche später dann stieg der Scheitel der Donau auf die Rekordhöhe von 7 Metern 34 - eine Jahrhundertflut! Die Polizei muss die Donaubrücke sperren, da sich dort Tausende Schaulustige versammelt haben - sogar ein Würstelstand hat sich dort breitgemacht!!!

Nach dem dramatischen Ereignis wurden knapp 23 Millionen Euro (inklusive Rückhaltebecken Donaukai) in den Hochwasserschutz für Neuburg investiert. Die Dämme wurden erhöht und stabilisiert und am Donaukai gibt es einen mobilen Hochwasserschutz. Außerdem wurde der Polder bei Riedensheim, der bei einer Jahrhundertflut 8,3 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen würde genehmigt. Er ist derzeit im Bau und würde den Hochwasserscheitel in Neuburg um 15 bis 20 Zentimeter senken. Und wie man spätestens seit der Katastrophe von 1999 weiß, geht es im Fall des Falles ja durchaus nur um Zentimeter.

Folgende Bilder wurden uns von Anton Weiss und Winfried Rein (Donaukurier) zur Verfügung gestellt.

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