Ingolstadt: Anklage gegen Ex-Audi-Chef Stadler erhoben

08. Juni 2020 , 16:14 Uhr

Das Landgericht München hat die Anklage gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler wegen Betrugs in der Dieselaffäre zugelassen.  Der Prozess gegen Stadler und drei Mitangeklagte soll am 30. September beginnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen «Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung» vor. Stadler habe spätestens Ende September 2015 von den Abgas-Manipulationen bei Audi-Dieselmotoren gewusst, aber den Verkauf der Autos trotzdem nicht verhindert, lautet der Vorwurf gegen ihn. Die drei zusammen mit Stadler angeklagten Manager und Ingenieure sollen bei Audi ab 2008 Dieselmotoren mit einer verbotenen Abschaltfunktion entwickelt haben. Damit stießen die Motoren auf dem Prüfstand weniger Abgas aus als auf der Straße.

Das könnte Dich auch interessieren

31.01.2026 Nächste Prozessrunde im Dieselskandal Der Abgasskandal hängt Audi nach mehr als zehn Jahren noch immer nach. Am Montag beginnt nun vor dem Landgericht München die nächste Prozessrunde. Auf der Anklagebank sitzen vier ehemalige hochrangige Manager des Ingolstädter Autokonzerns. Sie sollen an zentraler Stelle bei Audi für den Dieselskandal maßgeblich verantwortlich gewesen sein, vorerst sind 50 Verhandlungstage angesetzt. Im ersten 20.12.2025 Urteil gegen Stadler ist jetzt gültig Das Urteil gegen Ex-Audi-Vorstand Rupert Stadler im Diesel-Skandal ist rechtsgültig. Der Bundesgerichtshof hat die von den Angeklagten beantragte Revision der Urteile vom Juni 2023 verworfen. Damals hatte das Landgericht München II Stadler wegen Betrugs durch Unterlassen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Außerdem muss er 1,1 Millionen Euro Strafe zahlen. Auch 21.02.2026 Technik-Chef entlassen Paukenschlag bei Audi – der Ingolstädter Autohersteller hat Technik-Chef Geoffrey Bouquot entlassen. Wie es in einer Pressemitteilung heisst, widmet sich der Franzose neuen beruflichen Aufgaben außerhalb des Unternehmens. Er war rund zwei Jahre lang Mitglied im Audi-Vorstand. Neuer Verantwortlicher für die technologische Transformation wird Rouven Mohr. Er verfügt über 18 Jahre Erfahrung im VW-Konzern und 03.02.2026 Audi Dieselskandal - Ex-Vorstand weist Vorwürfe zurück Mehr als zehn Jahre nach dem Dieselskandal bei Audi ist gestern die juristische Aufarbeitung vor dem Landgericht München II in die nächste Runde gegangen. Zum Prozessauftakt wies der frühere Entwicklungsvorstand des Ingolstädter Autobauers die Vorwürfe der Anklage zurück. Laut Staatsanwaltschaft soll er von der manipulierten Software bei Abgasmessungen gewusst und die Produktion trotzdem genehmigt haben.