Eichstätt

Hanke sagt aus

17. März 2026 , 13:12 Uhr

Im Prozess um den Finanzskandal im katholischen Bistum Eichstätt hat der frühere Bischof Gregor Maria Hanke Versäumnisse in seiner Diözese eingeräumt. Er bezeichnete es vor dem Landgericht München II als «Schwachpunkt», dass der Vermögensverwaltungsrat zu sehr intern besetzt gewesen sei. So habe die nötige Kontrolle der Finanzen und Geldanlagen nicht stattgefunden. «Ich glaube, dass dem Aufsichtsgremium wahrscheinlich die Tiefensicht gefehlt hat», sagte der 71-Jährige. «Wir sind keine Wirtschaftsfachleute», betonte er. «Wenn Geistliche in diesem Gremium sitzen, sind sie angewiesen auf Fachleute.» So seien «Hochrisikoanlagen» getätigt worden, «die nach den Richtlinien, die ausgegeben waren, so nicht hätten getätigt werden dürfen».

In dem Verfahren geht es um rund 60 Millionen US-Dollar, spekulative Immobilieninvestments in den USA und Bestechung. Die Staatsanwaltschaft wirft einem Immobilienentwickler Untreue und Bestechung vor, dem früheren stellvertretenden Finanzdirektor des Bistums Untreue und Bestechlichkeit. Er soll nicht oder nur unzureichend gesicherte Darlehen vergeben und dafür Beteiligungen und Bestechungsgelder angenommen haben.

Zur Zeit der mutmaßlichen Vorfälle war Hanke Bischof des katholischen Bistums. Der 71-Jährige hatte Pfingsten vergangenen Jahres nach mehr als 18 Jahren im Amt überraschend seinen Rücktritt öffentlich gemacht. Seither nennt er sich Pater Gregor.

«Ich hab‘ mich um den Rahmen gekümmert», sagte Hanke, der mit dem angeklagten früheren stellvertretenden Finanzdirektor nach eigenen Angaben zu Studienzeiten befreundet war. Dazu habe beispielsweise gehört, dass nicht in Waffenunternehmen oder Chemiekonzerne investiert werden sollte. «Aber die Umsetzung, das habe ich dann den nachgeordneten Stellen aufgetragen.» Die Finanzkammer habe da «eine relativ große Freiheit» gehabt. Zuständig für die Anlage des Rücklagevermögens der Diözese sei die Finanzkammer gewesen, namentlich der damalige Finanzdirektor des Bistums und dessen inzwischen angeklagter früherer Stellvertreter.

Als Wirtschaftsprüfer und eine Anwaltskanzlei dann bei der Begutachtung der Bistumsfinanzen auf «weiße Flecken» gestoßen seien, habe er noch an kommunikative Missverständnisse geglaubt. Doch dann habe er feststellen müssen, «dass wahrscheinlich das Geld nicht mehr zurückkommt». Diese Erkenntnis sei «entsetzlich» gewesen und habe dann zu einem «Aufruhr im Bistum» geführt.  Er selbst habe erst im Nachhinein von den umstrittenen Investitionen erfahren, betonte Hanke. Insgesamt sei das «Netz zu großmaschig» gewesen, räumte der frühere Bischof ein. Aber: «Ich hab mich da sicher aufgehoben gefühlt», sagte er. «Ich hab da Vertrauen gehabt.»

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