Ingolstadt

Finanzplan bis 2030

21. Oktober 2025 , 15:40 Uhr

Die Stadt Ingolstadt ist in diesem Jahr in ein Finanzkrise geschlittert. 60 bis 80 Millionen Euro müssen eingespart werden. Ein Haushalt kann nicht beschlossen werden. Um entgegenzuwirken, hat die Verwaltung unter Oberbürgermeister Michael Kern einen Plan entwickelt. Der Titel: „Ingolstadt – zukunftsstark 2030“.


Noch diese Woche will die Stadt in einer Pressekonferenz erläutern, wo im Detail der Rotstift angesetzt werden soll. Kommende Woche werden dann in der großen Stadtratssitzung erste Entscheidungen getroffen.

Hier der 4-Punkte-Plan von OB Kern aus der Pressemitteilung
1. Umfassend konsolidieren
Wir müssen konsequent sparen – aber strategisch. Alles steht auf dem Prüfstand: Verwaltung, Beteiligungen, freiwillige Leistungen. Denn klar ist: Wenn wir es nicht
selbst tun, werden es andere für uns tun. Wir wollen selbst entscheiden, wo wir kürzen und wo wir investieren. Wir wollen gestalten, nicht verwaltet werden.
Unser Ziel ist, die Ausgaben deutlich zu senken, um Stabilität zu schaffen. Bei den Sachkosten, aber auch bei den Personalkosten. Für die Stadtverwaltung gilt dabei: Wir werden den Personalkörper schrittweise reduzieren – das bedeutet insgesamt weniger Stellen. Natürlich bleibt die Stadt Ingolstadt ein verlässlicher Arbeitgeber, deshalb soll dies durch natürliche Fluktuation geschehen und wir werden weiterhin alles dafür tun, damit wir betriebsbedingte Kündigungen ausschließen können.
2. Schwerpunkt: Innovativ optimieren
Konsolidieren reicht allein nicht. Wir müssen unsere Verwaltung moderner, schlanker und digitaler machen. Dabei investieren wir weiter in Digitalisierung und Künstliche
Intelligenz. Wir wollen eine effizientere Verwaltung. In verschiedenen Ämtern wurden Pilotprozesse identifiziert, etwa in der Stadtplanung, im Verkehrsmanagement oder
im Jobcenter. Dabei prüfen wir den KI-Einsatz bei der Bearbeitung einzelner Anträge. Auch bei der Einführung der Zweitwohnungssteuer soll die Bearbeitung durch
automatisierte Verfahren mit künstlicher Intelligenz erfolgen. Das beschleunigt Prozesse, spart Ressourcen und entlastet das Personal. Es geht darum, Bürokratie abzubauen und den Bürgerservice zu verbessern. Innovation ist kein Luxus – sie ist die Voraussetzung, um mit weniger Mitteln mehr zu erreichen
3. Wirtschaft zukunftsweisend fördern
Eine starke Wirtschaft bleibt die Grundlage unserer Handlungsfähigkeit. Deshalb bündeln wir unsere Kräfte in der Wirtschaftsförderung, setzen gezielter auf
Zukunftsbranchen und unterstützen die Transformation der Industrie. Der incampus, das Gründerzentrum brigk, unsere Hochschulen – all das sind Bausteine einer neuen wirtschaftlichen Dynamik. Ich bin sehr froh über unser Gewerbeflächenkonzept, mit dem wir der Wirtschaft neue Flächen in der Manchinger Straße und am Weiherfeld anbieten können. Ergänzt wird das Konzept durch den neuen Gewerbehof, der absehbar 30 Parzellen anbieten wird. Denn: Jeder neue Arbeitsplatz, jede Investition, jede Innovation stabilisiert unsere Stadt. Ich habe den Wirtschaftsreferenten beauftragt, die Schwerpunkte unserer Wirtschaftsförderung zu schärfen. Wir konzentrieren uns künftig auf das, was
messbar wirkt – erfolgreiche Programme werden gezielt ausgebaut, weniger wirksame Maßnahmen zurückgefahren. Wir müssen Wachstum neu denken, nicht nur in Zahlen, sondern in Wertschöpfung, Innovation und Zukunftsfähigkeit.
4. Wir fordern: Fair finanzieren
Die Kommunen in Deutschland stehen massiv unter Druck. Das Rekorddefizit von 25 Milliarden Euro im Jahr 2024 zeigt: das System trägt nicht mehr. Wir brauchen einen Systemwechsel, hin zu einer fairen Finanzierung der Städte. Das heißt: bessere Finanzausstattung, höhere Förderquoten, stärkere Beteiligung an der Umsatzsteuer. Ich unterstütze die Initiativen des Bayerischen Städtetags ausdrücklich, denn ohne handlungsfähige Kommunen gibt es keine handlungsfähigen Länder. Und klar ist auch: Ingolstadt steht vor denselben Problemen wie andere Städte, aber zugleich vor einer weiteren besonderen Herausforderung. Nirgends in Bayerns treffen die allgemeinen Belastungen so direkt auf die strukturelle Transformation, wie bei uns in der Automobil- und Zuliefererindustrie. Diese doppelte Last ist enorm. Um sie zu schultern, brauchen wir Unterstützung von
Bund und Land. Das schaffen wir nicht allein. Dafür werben wir eindringlich – insbesondere bei der Bayerischen Landesregierung.

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