Im Betrugsprozess um den Dieselskandal bei Audi will ein weiterer Angeklagter mit einem Geständnis ein mildes Urteil erreichen. Der frühere Motorenchef Wolfgang Hatz ließ seinen Verteidiger heute Vormittag vor dem Landgericht München II erklären, er bekenne sich zu den Vorwürfen. Ihm sei bewusst gewesen, dass die von ihm mitverantwortete Abgas-Nachbehandlung in zahlreichen Autos illegal gewesen sein könnten. Dies hatte bereits der Mitangeklagte Giovanni P. gestanden. Das Gericht hat den drei Angeklagten Bewährungsstrafen in Aussicht gestellt, wenn sie die Taten gestehen. Es stehen Freiheitsstrafen von eineinhalb bis zu zwei Jahren im Raum, die zur Bewährung ausgesetzt werden könnten. Hinzu kommen sollen Geldauflagen. Während die Staatsanwaltschaft sich noch bei dem Mitangeklagten einverstanden erklärte, lehnt sie bei Hatz eine Bewährungsstrafe ab, ein Urteil wird im Laufe der kommenden Monate erwartet. Der frühere Audi-Chef Rupert Stadler hingegen hat nach Angaben des Richters noch nicht entschieden, ob er ebenfalls ein Geständnis ablegen will. Die Staatsanwaltschaft «könnte damit leben», wenn Stadler eine Bewährungsauflage in Millionenhöhe zahlen müsste. Für heute Nachmittag sei ein weiteres Gespräch mit Stadlers Verteidigern geplant, sagte der Richter.