Pilzesammeln – aber richtig

Sie sind Leckerbissen, die man erst mal finden muss: Pilze. Es ist Saison und einige Sammler in der Region machen sich auf die Suche. Nicht nur im Wald findet man „Schwammerl“, auch in heimischen Gärten und Blumentöpfen.

Aber Vorsicht! Nicht jeder Pilz ist genießbar.

Wie gefährlich können giftige Pilze werden?

Rund 100 gesundheitsschädliche Pilzarten gibt es bei uns. Und selbst erfahrene Sammler täuschen sich immer wieder, da sich die unterschiedlichen Arten oft ähnlich sehen. 76 Fälle von Pilzvergiftungen wurden dieses Jahr schon in Bayern gezählt, die meisten verlaufen leicht bis mittelschwer. Doch auch zu 2 lebensbedrohlichen Fällen kam es 2019 schon in Bayern. Eine Pilzvergiftung ist ein akuter Notfall, denn das Gift wirkt weiter und kann zu Nieren- und Leberversagen führen.

Wie erkenne ich unbedenkliche Pilze? Sind Apps bei der Erkennung und Zuordnung hilfreich?

Gleichen Sie mit mehreren Quellen ab. Bestimmungsbücher sind beispielsweise hilfreich. Der moderne Sammler lädt sich auch Apps aufs Smartphone. Denen sollten Sie aber niemals zu 100 Prozent vertrauen und keinesfalls als einziges Bestimmungsmittel verwenden! Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, dann suchen Sie eine Pilzberatungsstelle auf und lassen ihre Ernte überprüfen.

Die Liste der in Bayern verzeichneten Pilzberater und Pilzsachverständigen mit Anerkennung durch die Bayerischen Mykologischen Gesellschaft finden Sie online auf der Homepage. Die Liste wird laufend aktualisiert. Aktuell sind es 31 Stellen, die sie in Bayern aufsuchen können.

Auf der sicheren Seite sind Sie außerdem beim Sammeln von Pfifferlingen, da es keine Giftpilze gibt, mit denen man sie verwechseln könnte. Zumindest nicht in Bayern.

Welcher Pilz ist bei uns in Bayern am gefährlichsten?

Über 90 Prozent der tödlichen Pilzvergiftungen gehen auf den grünen Knollenblätterpilz zurück. Beim Verzehr des grünen Knollenblätterpilz haben die Gifte nach 2 bis 3 Tagen die inneren Organe erreicht und die Leber zersetzt sich. Viele Pilzvergiftungen sind deshalb auf den grünen Knollenblätterpilz zurückzuführen, da dieser sehr leicht mit dem Wiesenchampignon verwechselt wird.

Wie merke ich, dass ich eine Pilzvergiftung habe? Was sind die typischen Symptome?

Erste Symptome, die bei einer Pilzvergiftung auftreten, ähneln meistens den typischen Symptomen einer Magen-Darm-Erkrankung. Das heißt: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Doch diese Symptome können auch erst Stunden nach dem Verzehr der giftigen Pilze auftreten. Bei einer Vergiftung mit dem grünen Knollenblätterpilz treten die Symptome meistens erst nach 3 bis 6 Stunden auf. Auch Luftnot, Schwindel, Schweißausbrüche und Herz-Kreislauf-Schwäche sind Symptome, die bei einer Pilzvergiftung auftreten können.

Wie sollte ich in einem akuten Notfall handeln?

Am besten direkt einen Arzt aufsuchen! Alternativ können Sie sich auch bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung erstmal telefonisch an den Giftnotruf in München wenden. Hausmittel helfen in diesem Fall keineswegs, sie verschlimmern die Vergiftung eher. Und auch zu langes Warten kann schwere Folgen mit sich tragen.