Schantall, tu ma die Omma winken!

Ingolstadt (intv) „Ich tu mich hier stylen“, „Marlon, sach die Tante Schantall ma Tach“ oder „die krisse drei für zwei“. Das ist keine exotische Fremdsprache, sondern ein kleiner Einblick in das tägliche Leben von Schantall Pröllmann. Sie ist die Hauptfigur in Kai Twilfers Buch „Schantall, tu ma die Omma winken.“ Mit seiner Lesung aus der herrlich-lustigen Unterschichten-Betrachtung hat der Autor in Ingolstadt die Herbstveranstaltungen der LeseLust 2013 des Donaukuriers eröffnet. Das Buch handelt vom fiktiven Sozialarbeiter Jochen, der sich unfreiwillig um die Unterschichtenfamilie Pröllmann kümmern muss. Deren Tochter Schantall ist der Inbegriff von bildungsferner Oberflächlichkeit und stolpert von einer Niveaulosigkeit in die nächste. Da geht es um die turbulente Kindergeburtstagsparty bei McDonalds, das peinliche Aufmotzen eines 3er BMW, oder eine Fremdschäm-Shoppingtour durch Ramschläden. Mit großer Detailliebe und unzähligen Spitzen gegen Rückentattoos, Glitzerhandys und Hello-Kitty-Feuerzeuge entführt Kai Twilfer den Leser in eine Welt, von der keiner zugeben möchte irgendwie dazu zu gehören. In vielen Situationen wird sich der Leser selbst erkennen und gezwungenermaßen über sich selbst lachen. Alle Facetten der hier skizzierten bildungsfernen Schicht findet man in dieser Zusammenstellung aber hoffentlich nur in der Fiktion. Der Auftakt der Herbstreihe der LeseLust macht Lust auf mehr. Nicht nur auf mehr lesen, sondern auch auf mehr zuhören. Weiter geht es am 8. Oktober mit Uwe Hück und seinem autobiographischen Buch „Volle Drehzahl“. Das genaue Programm der LeseLust finden Sie unter www.donaukurier.de/leselust.