Ein Menschenleben gegen 2.686 Euro

26.05.2014 (intv)

„Mord in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge“, so lautet die Anklage gegen den hochgradig spielsüchtigen Stefan S. Mit einem Schuldenberg und Unterhaltspflichten gegenüber seiner Tochter sei der Druck schließlich zu groß geworden, so Stefan S., er musste handeln. Bei seiner Vernehmung gab er an, den Getränkemarkt in Pfaffenhofen vergangenen Juli aufgesucht zu haben, um Geld aus der Kasse zu stehlen. Doch es kam alles anders: Laut Aussagen des Angeklagten soll der Marktleiter bei dem Überfall mit einem Messer auf ihn losgegangen sein, Stefan S. will aus Notwehr gehandelt haben. An die mehrfachen tödlichen Messerstiche in den Oberkörper des Opfers, daran kann er sich nicht erinnern. Ein Kripobeamter sagte heute als Zeuge aus, Internetauswertungen zufolge soll der Angeklagte noch in der Tatnacht Begriffe wie Totschlag und Notwehr gegoogelt haben.

Nach der Tat fehlten die Tageseinnahmen des Getränkemarktes – ein Betrag von etwa 2.700 Euro.

Um dem Angeklagten wegen Mordes zu verurteilen, muss ein niederer Beweggrund zur Tat nachgewiesen werden, in diesem Fall Habgier. Das Urteil wird erst bis Ende Juli erwartet.