Dem Erschießungstod nur knapp entgangen

21.11.2013 Erlebnisse eines jüdischen Zeitzeugen: Aus erster Hand konnten die Schülerinnen und Schüler der Michael-Sommer-Mittelschule in Schrobenhausen heute die Berichte des Holocaust-Überlebenden Shlomo Wolkowicz hören. Der 91-jährige lebt in Israel, kommt jedoch immer wieder nach Deutschland, um von seinem Schicksal zu erzählen. Mithilfe von Zeichnungen, Karten und selbstgebauten Modellen nahm Wolkowicz die Jugendlichen mit ins Jahr 1941. Damals fiel der in Polen geborene Jude der deutschen Besatzung in die Hände. Ausgerechnet ein Massengrab rettete dem Jugendlichen das Leben; begraben unter Leichen entging er nur knapp der Erschießung durch die SS. „Ich war verwundet, die Last der toten Körper erdrückte mich fast“, so der Zeitzeuge. Nachts konnte er schließlich aus dem Gefangenenlager fliehen. In der Folgezeit bis zur Befreiung 1944 entging Wolkowicz mehrfach dem Tod. „Solche Berichte sind anschaulicher als jedes Geschichtsbuch“, sagte Schulleiterin Sabine Eberle-Weiss, die den Zeitzeugen kurzfristig an die Mittelschule einladen konnte. Am Abend zuvor hatte er in der Oase Steinerskirchen einen Vortrag gehalten. Seine Erlebnisse hat Wolkowicz in dem Buch „Das Grab von Zloczow“ festgehalten, das jetzt unter dem Titel „Shlomo“ neu aufgelegt wurde.