Alternative zur Euro-Rettung

26.08.2013 Ingolstadt (intv) Der Wahlkampf ist stets verbunden mit einem Schaulaufen der Spitzenpolitiker: Ministerpräsident Horst Seehofer für die CSU, Wirtschaftsminister Martin Zeil für die FDP, Fraktionsvorsitzender Martin Rinderspacher für die SPD, seine Amtskollegin Margarete Bause für die Grünen und so weiter und so weiter. Doch was macht eine Partei, die so jung ist, dass sie noch keine Spitzenpolitiker hat? Antwort: Sie holt sich prominente Unterstützung aus dem Ausland. Bei ihrer Haupt-Wahlkampf-Veranstaltung in Ingolstadt hatte sich die Alternative für Deutschland (AfD) mit Richard Sulik, dem ehemaligen Parlamentspräsidenten der Slowakei, einen engagierten Kritiker der Euro-Rettung ins Wirtshaus am Auwaldsee geholt. Rund 100 Zuhörer beklatschten immer wieder die Ausführungen des Manns, der in der Slowakei maßgeblich an der Einführung einer 19-Prozent-Einheitssteuer beteiligt war. Er ist sich sicher: Die Milliarden-Rettungsschirme haben den Europäischen Staaten geschadet und Griechenland nicht geholfen. Ins gleiche Horn stößt AfD-Bundesvorstandsmitglied Roland Klaus. Der Wirtschaftsjournalist spricht bei der Euro-Rettung von „Volksverdummung“. Deutschland könnte die Milliarden selbst brauchen, während die Rettung Europa mehr und mehr spalte. Vielleicht hätten die Wähler selbst über den Euro entscheiden sollen, wirbt Bundestagsdirektkandidaten Christiane Boruzs für mehr direkte Demokratie. Unterstützt durch die immer wieder lange applaudierenden Gäste im Wirtshaus am Auwaldsee spricht Klaus sogar von einer angestrebten Regierungsbeteiligung nach der Bundestagswahl am 22. September. Bis dahin dürfte es aber noch ein weiter Weg für die AfD sein: Bei aktuellen Umfragen liegt die Partei bei drei Prozent.