Alternative für Deutschland

17.07.2013 Eigentlich sollte es eine Informationsveranstaltung für interessierte Bürgerinnen und Bürger werden. Die neu gegründete Partei Alternative für Deutschland wollte sich am Dienstagabend der Öffentlichkeit vorstellen und zu Gesprächen einladen. Doch so ganz scheint die neue Partei in der Öffentlichkeit noch nicht angekommen zu sein. Zu der Informationsveranstaltung im Biergarten des Ingolstädter Gasthauses Bonschab kamen lediglich eine Hand voll Parteimitglieder, jedoch keine Öffentlichkeit. Rolf Heine, der Kreisvorsitzende für die Region um Ingolstadt, ließ sich dadurch aber nicht entmutigen. Er wertete den mangelnden Besuch als Beleg dafür, dass die junge Partei noch viel Öffentlichkeitsarbeit leisten müsse. So wurde aus dem Bürgergespräch einfach ein Pressegespräch. Galt es mit Christiane Boruzs doch die Direktkandidaten für die anstehende Bundestagswahl vorzustellen. Die 41-jährige Betriebswirtin aus Pförring ist seit Mitte März Mitglied der Partei. Den Kreisverband Ingolstadt selbst gibt es erst seit drei Monaten. Boruzs ist derzeit 100 Stunden pro Woche für ihren Wahlkampf unterwegs. Teilweise legt sie dabei 1.000 Kilometer pro Tag zurück. Dafür lässt sie sogar ihre Arbeit ruhen. Während es bisher vor allem darum ging, Unterstützerunterschriften zu sammeln, sei es nun Hauptaufgabe, die Ziele der Partei in die Öffentlichkeit zu tragen. Die Alternative für Deutschland wurde vor allem für ihre Euroskepsis bundesweit bekannt. Sie möchte allen Staaten ermöglichen, sich aus dem Euro-Raum zurückzuziehen. 16.000 Mitglieder hat die Partei nach eigenen Angaben bisher bundesweit. Im Kreisverband Ingolstadt sind es etwas mehr als 100. Damit ist man zwei Monate vor der Bundestagswahl noch ein kleiner Punkt auf der politischen Landkarte. Davon lassen sich die Mitglieder jedoch nicht schrecken. Sie rechnen fest mit einem Einzug der Partei in den Bundestag und wollen auch bei der Kommunalwahl 2014 in Ingolstadt und weiteren Kommunen antreten.