Sicherheitswoche

Die Betrugsmaschen ziehen noch immer

Schon zu Jahresanfang häufen sich auch in unserer Region Delikte wie Enkeltrick, „falscher Polizist“ und Schockanruf. Betrüger haben es dabei vor allem auf das Ersparte der älteren Mitbürger abgesehen. Höchste Zeit, um noch mal auf die Methoden hinzuweisen.

Zusammen mit der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle der Polizei Ingolstadt  stellt Radio IN eine Woche lang die gängigsten Telefonbetrugsmaschen vor und was man dagegen machen kann. Dazu gibt es Berichte von Opfern. Und um nachzuvollziehen, mit welcher Dreistigkeit die Betrüger vorgehen, stellen die Radiomacher in Zusammenarbeit mit der Polizei Original-Fälle nach, so wie sie sich tatsächlich ereignet haben: „Hören, wie die Täter ticken!“

Der Schockanruf

Beim Schockanruf werden Menschen mit einer Schreckensmeldung konfrontiert.

Hörbeispiel

Klaus-Peter Plank von der Kripo Ingolstadt:

Bargeld, Schmuck oder Wertsachen werden eilig zusammengekratzt oder bei der Bank abgehoben. Zudem wird ein naheliegender Übergabeort oder eine Abholung zuhause durch einen angeblichen Mitarbeiter vereinbart, damit die Täuschung perfekt ist. Die Täter versuchen übrigens möglichst telefonisch Kontakt zum Opfer zu halten, damit keine andere Person oder die Polizei den Plan stört.

Tipps gegen diese Betrugsmasche finden Sie am Ende der Seite

Der Enkeltrick

Der kann für Betroffene im schlimmsten Fall existenzielle Folgen haben. Der Betrüge täuscht ein Verwandtschaftsverhältnis vor.

Hörbeispiel

Klaus-Peter Plank von der Kripo Ingolstadt:

Nach Vereinbarung eines Übergabetermins gehen Oma oder Opa in vielen Fällen gleich zur Bank, um das Geld abzuheben. […] Während der ganzen Zeit macht der angebliche Verwandte Druck, weil es ihm so eilig ist. Zum Abholen kann er aber selbst nicht vorbeikommen, weshalb er einen „Notar“ oder „Makler“ vorbeischickt. Nichts davon ist wahr, aber das Geld ist weg.

Tipps gegen diese Betrugsmasche finden Sie am Ende der Seite

Das falsche Gewinnversprechen

Eine ganz klassische Variante des sogenannten CallCenter-Betruges. Der Täter gibt sich als Rechtsanwalt oder Notar aus und bietet einen großen Gewinn an.

Hörbeispiel

Klaus-Peter Plank von der Kripo Ingolstadt:

Hat der Fisch einmal angebissen, wird meistens durch die Täter noch einmal nachgelegt. Immer neue Gebühren werden verlangt und das alles, um den heißersehnten Gewinn doch noch ausbezahlt zu bekommen. Alles natürlich von vorne bis hinten erstunken und erlogen!

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Der falsche Polizeibeamte

Die Telefonnummer 110 verbinden wir alle natürlich sofort mit der Polizei. Und dieses Wissen machen sich Telefonbetrüger zu nutze. Das Telefon klingelt, meist bei älteren, alleinstehenden Menschen. Die Täter holen sich die Nummer über Telefonbücher. Auf dem Display erscheint die 110, jeder vermutet also einen Polizeibeamten und als solcher gibt sich der Täter auch aus.

Hörbeispiel

Klaus-Peter Plank von der Kripo Ingolstadt:

Dadurch, dass auf dem Display die 110 erscheint, denkt jeder natürlich an die echte Polizei. Wenn sich derjenige am andern Ende der Leitung auch als Beamter ausgibt und sofort Geheimhaltung verlangt bedarf es auch keiner langen Überzeugungsarbeit. Der Rest ist unter Druck setzen und dem Opfer mit Strafen drohen, falls es nicht kooperiert.

Tipps gegen diese Betrugsmasche finden Sie am Ende der Seite

Tipps gegen Callcenter-Betrügereien

  • gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit
  • sofort an eine Vertrauensperson wenden, z.B. ein Familienmitglied oder die Polizei
  • der Anrufer macht Druck? Das ist Teil der Masche. Legen Sie einfach auf
  • die Polizei fragt nie nach Geldbeträgen und Wertsachen
  • wer nicht spielt, kann auch nichts gewonnen haben
  • der Bürger kann unter der 110 die Polizei anrufen, aber nie anders herum, das ist ein technischer Trick
  • den Anrufbeantworter z.B. vom Sohn besprechen lassen. Das erweckt den Eindruck, man sei nicht alleine und verhindert den Betrug live am Telefon
  • die 110 auf die „Blacklist“ setzen – solche Nummern werden blockiert
  • die eigene Nummer aus dem Telefonbuch austragen lassen, dort suchen die Täter meist nach „älter“ klingenden Vornamen

 

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