Besuch im Abschiebelager

Tausende Menschen fahren täglich auf dem Weg zur Arbeit oder zum Shoppen dran vorbei, kaum einer weiß, dass die großen Container direkt neben dem Ingolstädter Westpark ein Abschiebelager für Flüchtlinge sind.
Um auf die dortigen Verhältnisse aufmerksam zu machen startet heute eine zweiwöchige Aktion. Insgesamt vier dieser Abschiebelager gibt es in Ingolstadt und Manching, dort sind Menschen untergebracht, deren Antrag auf Asyl abgelehnt wurde und die aus sogenannten "sicheren Herkunftstaaten" kommen. Der Bayerische Flüchtlingsrat hat sich die Situation angeschaut und die Bewohner zu Wort kommen lassen. In einer aktuellen Ausstellung sieht man den Zustand der Container, das Kantinenessen, Kinder, die keinen Platz zum Spielen haben. Neben der Ausstellung gibt es eine Demo und Konzerte von Flüchtlingen.
Ziel der Aktion ist es, die Lager zu schließen.
Die Situation ist unzumutbar, sagt Viktor Lomakin aus der Ukraine.
Der 26-jährige ist seit vier Jahren in Deutschland, hat sich als Asylbewerber in mehreren bayerischen Unterkünften bestens integriert.
Nach der Berufsschule und mehreren Deutschkursen hatte er mehrere Jobangebote, er spielte in einer Band, wollte seine deutsche Freundin heiraten.
Dann plötzlich der Bescheid, er muss ins Abschiebelager nach Ingolstadt, das mit einer regulären Asylunterkunft nicht zu vergleichen ist, sagt Viktor. Oft komme es zu Konflikten mit dem Securitypersonal- es gäbe Taschenkontrollen, Ausgangssperren und auch Zimmerdurchsuchungen der Polizei mitten in der Nacht.
Natürlich kommt es in den Abschiebelagern selbst auch zu Streitereien, die Erwachsenen dürfen nicht arbeiten, die Kinder nicht in die Regelschule gehen.
Und das teilweise bis zu einem Jahr, obwohl es nur eine kurze Durchlaufstation sein sollte- da kommt schon mal Frust auf.
Viktor sagt- "die wollen uns mürbe machen, dass wir freiwillig ausreisen", aber in der Ukraine, wo seine Eltern noch wohnen wartet keine Zukunft auf ihn.
Dort herrscht Krieg, er müsste zum Militär , sein Leben aufs Spiel setzen.
Seine Mutter sagte ihm." Komm nicht zurück - hier gibt es nichts für Dich."
Zwei Wochen lang wird nun auf das Thema "Abschiebelager" aufmerksam gemacht, die Ausstellung ist im Büro der Grünen in der Taschenturmstraße zu sehen und am 11. März auch in der Fußgängerzone.
Kommenden Samstag Nachmittag (15 Uhr) gibt es eine Demo am Paradeplatz zum Thema "Abschiebelager abschaffen".
Wir haben auch die Regierung von Oberbayern als Verantwortliche um eine Stellungnahme gebeten- sobald es eine Auskunft gibt, Sie erfahren es bei Radio IN!

 

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